Mein Artikel im Fachmagazin STERNBILD, November 2019

Leberkäsjunkie Sebastian Bezzel                                                Ein Stier, wie er im Buche steht

Sebastian Bezzel wurde am 18. Mai 1971 in Garmisch Partenkirchen geboren. Seine schauspielerische Ausbildung absolvierte er an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. Die erste Kamerapräsenz hatte er 1999 in einer Nebenrolle im Münchner „Tatort“. Von da an ging es Schlag auf Schlag und Bezzel konnte seine Vielseitigkeit und sein schauspielerisches Talent in den unterschiedlichsten Rollen unter Beweis stellen. Selbst in zwei Kinoproduktionen wirkte er mit: In „Schwere Jungs“, wo er einen Schreiner mimte, der als Bob-Fahrer Karriere machen möchte, und in „Stellungswechsel“, wo er einen Polizisten spielte, der nebenher als Callboy arbeitete. Von 2004 bis 2016 ermittelte er als Kommissar gemeinsam mit Eva Mattes im Bodensee-“Tatort“. Seit 2013 verkörpert er den Dorfpolizist Franz Eberhofer. Bezzel ist mit der Schauspielerin Johanna Christine Gehlen verheiratet und lebt mit ihr und den zwei gemeinsamen Kindern in Hamburg.

 

Im Film Leberkäsjunkie spielt Sebastian Bezzel bereits zum sechsten Mal den Dorfpolizist Franz Eberhofer. Der Wahl-Hamburger ist die perfekte Besetzung für diese Rolle, die er bereits seit 2013 verkörpert. Als spitzbübischer Dorfpolizist ermittelt Franz Eberhofer in der fiktiven niederbayerischen Gemeinde Niederkaltenkirchen. Wer den Film Leberkäsjunkie (oder auch die anderen Eberhofer-Filme) gesehen hat, weiß, dass Franz Eberhofer nicht unbedingt zu den engagiertesten Ordnungshütern gehört. Er ist mehr der gemütliche, unsportliche Typ, der die angenehmen Dinge des Lebens eindeutig bevorzugt. Er trinkt gern einen über den Durst, vernachlässigt dabei sein Pflichtbewusstsein als Polizist – denn wer feiert, kann eben nicht aufstehen und rechtzeitig zum Dienst erscheinen. Nach durchzechter Nacht lässt er sich durchaus zum Sex mit der Ex hinreißen. Zudem verpönt er Veränderungen und lässt am liebsten alles beim Alten. Aber vor allem das Essen, insbesondere bayerische Leberkäs-Semmeln, haben es dem Eberhofer angetan. 

Sebastian Bezzel, geb. 18.05.1971, Uhrzeit unbekannt, Garmisch-Partenkirchen

Sebastian Bezzel, Leberkäsjunkie
Die Horoskopgrafik wurde mit dem Programm Astroplus erstellt

Wie viel Eberhofer steckt in Sebastian Bezzel? Oder anders gefragt, ist Sebastian Bezzel auch ein Leberkäsjunkie?

 

In einem Interview soll Bezzel auf die Frage „wie es ihm in Hamburg gefällt“ geantwortet haben: „Es ist total super hier! Aber es gibt keine warmen Leberkäs-Semmeln.“ Ob er allerdings auf Leberkäs-Semmeln genauso abfährt wie es der Eberhofer tut, sei dahingestellt. Fakt ist, dass ihm seine Sonne im Stier zum Genießertyp macht, die ihn unter anderem eben auch gerne essen lässt. Doch anders als der Eberhofer, kocht Sebastian Bezzel auch gern, legt Wert auf gute Produkte, Lebensmittel und Fleisch, das aus artgerechter Haltung stammt. Er kaufe Fleisch beim Metzger und nicht im Supermarkt, zudem sei es ihm wichtig, dass er, zu jedem Hof fahren und die Schlachttiere und deren Haltung anschauen könne, erzählte er in einem Interview.

 

Auch das ist typisch Stier, diese Natur- und Erdverbundenheit, der Bezug zur Materie. Insbesondere, wenn man wie Sebastian Bezzel ein mehrfacher Stier ist und neben der Sonne auch Merkur und Saturn in diesem Zeichen hat, treten die typischen Stier-Eigenschaften, wie Bedächtigkeit, Dogmatismus, Heimatverbundenheit, Unflexibilität – Eigenschaften, die er mit dem Eberhofer teilt, der beispielsweise von Veränderungen überhaupt nichts hält, betont hervor. 

 

Leider haben wir keine Geburtszeit von Sebastian Bezzel. Mitunter hat er, wenn er ab dem frühen Nachmittag geboren ist, auch Venus im Stier, die nicht nur seine gemütliche und ruhige Ausstrahlung, sondern auch seine Sinn- und Genüsslichkeit nochmals betonen würde. Denn im Stier steht Venus in ihrem Herrschaftsbereich und kann sich hier besonders gut entfalten.

 

Dass er dabei, wie der Eberhofer auch, über die Stränge schlagen kann, zeigen die Jupiter-Neptun-Konjunktion, die seiner Sonne-Saturn-Konjunktion gegenübersteht, an der auch sein (Fische-)Mond (der je nach Uhrzeit auch im Wassermann stehen könnte) im Quadrat dranhängt. Da fehlt ihm zeitweise das rechte Maß. Doch genau dieser Planetenkonstellation sind die großartigen Szenen im Film Leberkäsjunkie zu verdanken, die Sebastian Bezzel bereits zum Frühstück Unmengen Spiegeleier mit Speck, 7 Hot-Dogs verschlingen oder das Zwetschgendatschi-Essen mit Eva Mattes mit Bravour meistern lassen.

 

So etwas geht nur, wenn man sich mit einer Rolle eins zu eins identifiziert. So antwortete Bezzel auf die Frage, „ob es für ihn okay wäre, wenn es im Jahr 2030 wieder eine Eberhofer-Premiere gäbe“: „Es gibt schlimmere Schicksale, als der Eberhofer zu sein. Ich hab den Eberhofer jedenfalls gern“.

 

Autorin: ©Conny Nagel

 

Artikel über Leberkäsjunkie Sebastian Bezzel - Ein Stier, wie er im Buche steht im STERNBILD Magazin